Susanne Eisele – Das erste Lied

Susanne Eisele – Das erste Lied

rezensiert von Nicole am 03.10.2018
-Rezensionsexemplar-

Titel: Das erste Lied
Reihe: abgeschlossenes Buch (Teil 14 der Märchenspinnerei)
Autor: Susanne Eisele
Genre: Märchenadaption
Verlag: Books on Demand
Seitenanzahl: 111
Erscheinungsdatum: 13.09.2018
ISBN: 978-3-7528-4825-0
Bildquelle/Klappentext: Amazon

Ein Müllersohn
Der Traum vom Ruhm
Der erste Vertrag

Schon seit frühester Jugend will Sänger und Gitarrist Florian Müller ein erfolgreicher Musiker werden. Als ihm der berühmte Produzent Dietmar Weiss einen Plattendeal anbietet, sieht er seinen Traum zum Greifen nahe. Ohne lange zu überlegen, unterschreibt er den Vertrag.

Doch dann kommen ihm Zweifel. War es wirklich klug, die Rechte an seinem Song so leichtfertig abzutreten? Was, wenn der Schlager-Produzent seine Metal-Ballade vollkommen verhunzt? Fieberhaft sucht Flo nach einem Ausweg – und dann tritt noch Sängerin Mia in sein Leben …

Rumpelstilzchen einmal anders: In „Das erste Lied“ erzählt Autorin Susanne Eisele das bekannte Märchen der Brüder Grimm neu und setzt sich dabei mit der Verlockung von schnellem Ruhm, den Fallstricken der Musikindustrie und dem Zusammenhalt unter Freunden auseinander.

Ich gestehe ja, dass ich zu den klassischen Cover-Käufern gehöre und dieses Buch im Buchladen wahrscheinlich nie in die Hand genommen hätte, weil es mich optisch nicht so wirklich an spricht.
Ich muss diese Einstellung unbedingt bedenken, denn so wäre mir ein echter Schatz entgangen!

Da ich zum fantastischen Feen-Team der Märchenspinnerei gehöre, versuche ich natürlich alle Bücher der Autorenvereinigung zu lesen und ich bin so glücklich darüber, denn „Das erste Lied“ hab ich regelrecht verschlungen!

Die Rumpelstilzchen-Adaption ist für mich mehr als gelungen und die Parallelen zum Original sind super eingearbeitet, was mir bei Adaptionen immer ganz wichtig ist. Ich suche regelrecht nach Gleichheiten und bin hier mehr als fündig geworden.

Das Rumpelstilzchen hier in dieser Geschichte steht dem Original absolut in nichts nach! Der berühmte Schlager-Produzent Dietmar Weiss, auch „Schnulzen-Didi“ genannt, ist ein Kotzbrocken, wie er im Buche steht: gerissen, zunächst freundlich, aber nur auf sein eigenes Ziel bedacht!
Den Part der „Müllerstochter“ aus dem Original-Märchen übernimmt hier der Rocksänger Florian Müller, der sich in dieser Geschichte allerdings selber in seine ausweglose Situation gebracht hat und nicht durch die Habgier eines anderen hinein manövriert wurde.
Toll fand ich hierbei aber, dass Florian, eben keine materiellen oder gierigen Beweggründe für sein Handeln hatte und nicht ausschließlich vom großen Reichtum gelockt wurde, wie es im Märchen ja dem Vater ergangen ist, der seiner Tochter das ganze Schlamassel eingebrockt hat. Nein, Florians Herz ist rein und gut und seine Motive waren höchstens etwas naiv und neugieriger Natur und er ist einer Verlockung erlegen, die nur allzu menschlich ist. So passt seine Rolle als „Müllerstochter“ perfekt.

Wir bekommen in diesem Buch tolle Einblicke in das Leben einer Rock-Band und das knallharte Business der Musikindustrie. Wie schnell man mit dem Wunsch nach Ruhm gelockt werden und wie anders es dann doch tatsächlich laufen kann.

Ich fand das Erzählte super spannend und sehr authentisch. Ich habe mit Florian auf der ganzen Linie mitgefiebert und habe bis zum Schluss gehofft, dass alles ein gutes Ende nehmen wird.
Der Schluss war ein absoluter „Rumpelstilzchen-Showdown“ und großartig!
Das Ganze ist in knackigen 111 Seiten verpackt und ist dennoch eine runde Geschichte, die zum Nachdenken anregt, mit zentralen Themen wie Zusammenhalt, Freundschaft, Gerechtigkeit und dem Mut zum Kampf für sein eigenes Recht.
Ein klitzekleines halbes Bewertungsbüchlein ziehe ich ab, weil mir einige Dinge zu oft wiederholt wurden, was meinen Lesegenuss zwar nicht gravierend beeinträchtigt hat, mir aber oft aufgefallen ist.

Da ich selber eine absolute „Rockerbraut“ bin, hat mich die Thematik natürlich auch sehr angesprochen, interessiert und fasziniert. Ich liebe selber Rockkonzerte, wo noch „echte“ Bands spielen, fahre am liebsten über den „Highway to Hell“, laufe gerne durch den „November Rain“, trinke meine Whiskey nur „in the jar“ und stehe total auf „Love in an elevator“, kleiner Scherz ;-)!

Ich will damit sagen, dass man hier super schön in diese Materie des Musiker-Lebens hinein gezogen wird und tolle Einblicke erhält. Wer das mag, hat ganz sicher auch einige Lächel-Momente neben der doch auch ernsten Thematik.
Schlager Musik wird hier im Gegenzug ganz schön durch den Kakao gezogen, was ich persönlich sehr toll fand, weil ich diese Musikrichtung selber so gar nicht mag, aber Fans dieses Musikstils könnten sich vielleicht auf den Schlips getreten fühlen und sollten von daher vielleicht lieber zu einer anderen Lektüre greifen.

Ein für mich sehr gelungener Kurzroman, der uns tolle Einblicke in das Leben eines Rock-Sängers gibt, der durch den Ruhm nach Erfolg gelockt wird und eine falsche Entscheidung trifft. Gleichzeitig ist das Buch eine gelungene Adaption des Märchens Rumpelstilzchen.
Witzig, fesselnd und locker-flockig erzählt, war diese Geschichte ein echter Lesegenuss für mich.

4,5/5
☼eure Nicole☼

Ein Gedanke zu „Susanne Eisele – Das erste Lied

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.