Sebastian Fitzek – Das Geschenk

Sebastian Fitzek – Das Geschenk

rezensiert von Nicole am 03.11.2019
-Rezensionsexemplar-

Titel: Das Geschenk
Reihe: abgeschlossenes Buch
Autor: Sebastian Fitzek
Genre: Psychothriller
Verlag: Droemer HC
Seitenanzahl: 368
Erscheinungsdatum: 23.10.19
ISBN-10: 3426281546
ISBN-13: 978-3426281543
Bildquelle/Klappentext: Amazon

Milan Berg steht an einer Ampel, als ein Wagen neben ihm hält. Auf dem Rücksitz ein völlig verängstigtes Mädchen. Verzweifelt presst sie einen Zettel gegen die Scheibe. Ein Hilferuf? Milan kann es nicht lesen – denn er ist Analphabet! Einer von über sechs Millionen in Deutschland. Doch er spürt: Das Mädchen ist in tödlicher Gefahr.
Als er die Suche nach ihr aufnimmt, beginnt für ihn eine albtraumhafte Irrfahrt, an deren Ende eine grausame Erkenntnis steht: Manchmal ist die Wahrheit zu entsetzlich, um mit ihr weiter zu leben – und Unwissenheit das größte Geschenk auf Erden.

Hier kommt sie nun, die allererste nicht ganz so euphorische Bewertung für ein Buch meines Lieblingsautors Sebastian Fitzek.

Die Story rund um den Analphabeten Milan Berg ist grundsätzlich mega fesselnd und trotz extrem vieler Verwirrungen auch rund und gut durchdacht am Ende, mich konnte sie nur leider nicht so ganz abholen.

Der Hauptgrund dafür war sicherlich, dass die Geschichte von Anfang an extrem verworren, extrem durcheinander und extrem undurchsichtig ist.

Normalerweise sind das Kriterien, die einen spannenden Psychothriller für mich aus machen, die generell einen grandiosen „Fitzek“ für mich sogar als solchen kennzeichnen, weil man sich am Ende seiner Bücher einfach immer automatisch die Hand vor die Stirn haut und sich denkt: „ach soooooo, deshalb war das alles!“

Bei „Das Geschenk“ gibt es zwar auch diese gewohnten und heiß-erwartenden Aha-Effekte auf den letzten Buchseiten, allerdings haben sie mich nicht mehr zu 100 % erreichen können, weil mich Milan als Hauptprotagonist einfach nicht so sehr berührt hat.

Ich konnte ihn einfach nicht richtig greifen und somit auch nicht gänzlich mit ihm mitfühlen und mitfiebern.
Generell konnte ich mich die gesamte Geschichte lang an nichts fest halten, ich konnte niemandem auch nur ansatzweise vertrauen, denn dafür hat der Autor zwischendurch immer wieder gesorgt.
Wenn ich zwischenzeitlich gedacht habe, nun ein gutes Gefühl für die Story zu bekommen und den Weg mit Milan nun gefesselt bestreiten zu können, dann wurde dieses Gefühl durch eine neues komisches Ereignis oder eine undurchsichtige Szene vernichtet.

Ich wusste irgendwann einfach gar nichts mehr.
Mein Kopf war voll, mein Notizblock ebenfalls, denn ich habe mir eine Menge Details notiert, um den Überblick zu behalten. Schließlich wolle ich nichts übersehen.
Dennoch hatte ich das Gefühl, mich von einer möglichen Lösung immer weiter zu entfernen, als ihr näher zu kommen. Das war irgendwie frustrierend anstatt nervenaufreibend fesselnd.

Der Autor ist für mich nach wie vor „der Meister“ im Ideen entwickeln. Er kann es einfach, dieses auf falsche Fährten Führen und in Verwirrspiele Verstricken.
Hier war es mir schlicht gesagt einfach zu viel des Guten. Der rote Faden ist leider zu oft im Nebel der vielen verwirrenden Ereignisse verschwunden.

Die Lösung des großen Ganzen war natürlich wie immer grandios und bis zu einem bestimmten Punkt auch wirklich überraschend. Man spult Milans Geschichte am Schluss automatisch nochmal gedanklich durch und die Tausend Fragezeichen im Kopf lösen sich.

Zudem gibt es da auch noch so ein paar Nachdenkmomente, die einen grübeln lassen und noch eine Weile in Milans Geschichte fest halten.

Deshalb bekommt „Das Geschenk“ auch von mir eine gute 3 Sterne Bewertung, auch wenn ich einige Kritikpunkte habe.

Ein „echter“ Fitzek, was den grandiosen Plot-Twist mit einer Menge Verwirrspiele und einer Lösung, auf die man so ohne weiteres einfach nicht kommt, an geht, doch leider war mir das in dem Fall einfach alles zu viel des Guten.

Die Geschichte ist dadurch, dass ich mich an nichts so richtig klammern konnte, auch nicht an den Hauptprotagonisten Milan Berg, leider etwas an mir vorbei gerauscht, als dass ich mitten drin dabei war.

Es ist für mich immer noch ein gutes Buch, was ich auch weiter empfehlen würde, aber nicht unbedingt Fitzek-Einsteigern.

☼eure Nicole☼

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