Sandra Karin Foltin – Zwielichtfunkeln 1

Sandra Karin Foltin – Zwielichtfunkeln 1

rezensiert von Nicole am 25.06.2019
-Rezensionsexemplar-

Titel: Zwielichtfunkeln – Isabellas Schatten
Reihe: Zwielichtfunkeln (1/3)
Autor: Sandra Karin Foltin
Genre: Jugend-Fantasy
Verlag: –
Seitenanzahl: 329
Erscheinungsdatum: 14.05.2019
ISBN-10: 3966930013
ISBN-13: 978-3966930017
Bildquelle/Klappentext: Amazon

Bei einem Unfall verliert Stella ihre Zwillingsschwester Isabella und überlebt selbst schwerverletzt. Der schmerzhafte Verlust und die Vorwürfe ihrer Mutter treiben Stella zu einem Selbstmordversuch. Doch der misslingt.Zur Heilung wird sie auf einen Therapiehof geschickt. Dort freundet sich Stella mit der magersüchtigen Mia sowie dem Reitlehrer Raphael an und verliebt sich in den düsteren Damon. Aber alle drei umgibt ein mysteriöses Geheimnis. Ein Wettkampf um Stella beginnt. Völlig zerrissen weiß das Mädchen nicht mehr, wem es trauen kann und was Realität ist. Halluzinationen verfolgen Stella. Bis die immer wiederkehrenden Botschaften von Isabellas Schatten sie erneut zu einer endgültigen Entscheidung drängen: Leben oder Sterben?

Dieses Buch manövriert mich in so ein paar kleine innerliche Zwickmühlen …
Mal sehen, wie ich da selber wieder raus komme und ob ich mein gedankliches Dilemma für euch verständlich in Worte fassen kann.

Passend zum Titel taucht das Gelesene bei mir nämlich in ein echtes „Zwielicht“, denn ich weiß selber noch nicht so ganz, ob ich das Buch jetzt hochkarätig abfeiern oder eher in die Schublade „für ok befunden, aber das war´s dann auch“ stecken soll.

„Das muss man doch wissen!“, denkt ihr euch jetzt sicher.

Mhhhh, das ist hier echt gar nicht so einfach, zumindest nicht für mich.

Nicht, dass da jetzt im Vorfeld ein falscher Eindruck entsteht: Das Buch und somit die Geschichte an sich war durchweg fesselnd für mich, wirklich spannend erzählt, dauerhaft mysteriös gestaltet und grundsätzlich total interessant. Ich habe es tatsächlich sogar in einem Rutsch verschlungen, was an sich ja schon für sich spricht und bei mir nicht allzu oft vor kommt, aber ich habe auch so ein paar Dinge auszusetzen.

Dass das Buch sehr düster und schwerlastig von den Gedanken her wird, habe ich geahnt, denn der Klappentext verrät uns ja schon, dass Stella nach dem Tod ihrer Zwillingsschwester von Selbstmordgedanken geprägt ist und auch ihrem Leben ein Ende setzen möchte.
Es geht hier also wirklich sehr therapeutisch zur Sache und zwar von Beginn an und bis zum Schluss. Stellas Psyche ist hier das Kernthema, ihre tiefsten inneren Gedanken, die Erlebnisse ihres Lebens sowie die Erinnerungen an ihre tote Zwillingsschwester sind dauerhaft präsent. Mir hat das auf der einen Seite gefallen, weil die Autorin das wirklich sehr authentisch und somit real-tragisch zum Ausdruck gebracht hat, allerdings hat es mich auch sehr oft erdrückt und wurde mir fast zu viel, weil ich thematisch so gar keine Pause oder Abwechslung hatte.

Habt ihr eigentlich gleich vermutet, dass das Buch einen Fantasy-Anteil hat?
Also ich war da unsicher, denn der Klappentext verrät das nicht eindeutig. Tatsächlich spielen in der Geschichte rund um Stella Fantasy-Elemente sogar eine große Rolle. Die Autorin hat das hier auch wirklich ganz großartig gemacht, denn es geht sofort geheimnisvoll zur Sache. Da liegt von Anfang an eindeutig Magie in der Luft , aber wie genau alles miteinander verwoben ist und womit wir da eigentlich genau konfrontiert werden, da tappen wir im Dunkeln. Wir bekommen immer mal Bröckchen hin geworfen und lösen das Schritt für Schritt und genau das hat mich so an das Buch gefesselt! Ich wollte unbedingt alle Zusammenhänge ganz genau erfahren und wollte wissen, wie sich alles auf löst. Das Ende war für mich rund und hat einiges aufgeklärt, was ich zwischendurch kritisieren wollte. Auch erwartet uns kein böser Cliffhanger am Schluss. Auf Teil 2 kann man also geduldig warten, denn am Ende ist erst mal alles gesagt.

Die im Klappentext erwähnten Charaktere Damon, Mia und Raphael spielen alle eine sehr wichtige Rolle und sind nicht nur unwichtige Nebencharaktere, was ich sehr gut fand. Jeder von den dreien hat hier seinen wichtigen Part, dem wir Leser erst nach und nach wirklich erfahren.
Das ist auf der einen Seite sehr spannend gewesen und hatte einen dauerhaften Mystery-Effekt, weil wirklich ein „Zwielicht“ in jedem von ihnen steckt und der Vorhang nie ganz fällt, aber ich habe leider auch nicht alle Handlungen und Gedankenvorgänge in Bezug auf Stella nachvollziehen können und fand da einiges nicht so ganz realistisch und rund. Ich wollte da wirklich oft ins Buch rein beißen oder rein hüpfen um einen der vier zu schütteln!
Manches ging mir gedanklich zu schnell, einiges wirkte vorhersehbar und es wurde sich klassischer Klischees bedient, was ich persönlich aber mag. Man muss es nur wissen, denn manche machen lieber gleich einen großen Bogen darum.

Generell gab es da für mich hin und wieder so ein paar Logiklücken und gegen Ende auch Fehlerteufelchen.

Komischerweise haben mich alle erwähnten Kritikpunkte nicht so sehr gestört, denn ich habe total gefesselt weiter gelesen, verrückt was?

Die generelle Buchatmosphäre hat mich einfach gepackt. Dieser Wechsel zwischen Realität, Mystery, Vergangenheit, dem Ungewissen und dem Unterbewusstsein, war echt aufregend und genial.

Da ist eindeutig was mysteriöses im Busch, das merkt man gleich und nur die arme Stella hat keine Ahnung! Und ich natürlich!

Ich habe allerdings wenigstens hin und wieder Antworten bekommen, denn interessanterweise werden die Gedanken von Mia, Damon und Raphael immer im Folgekapitel aus gesprochen, nachdem wir die Situation aus Stellas Perspektive erlebt haben. Wir erleben quasi fast jede Situation doppelt, einmal aus Stellas Sicht, aus der das Buch generell geschrieben ist und einmal aus der Perspektive eines anderen. Grundsätzlich fand ich das genial, aber hin und wieder war es mir to much und somit auch langweilig, da ich so viele Dialoge doppelt gelesen habe.

Tolle und interessante Themen wurden hier verarbeitet. Stärke und Schwäche bekommen in dem Buch eine ganz andere Bedeutung, sowie Vertrauen und Manipulation.

Ich wüsste zu gern, wie ihr meine doch recht zwiespältige Meinung nun seht!
Also lest das Buch vielleicht selbst und schreibt mir dann unbedingt!

Das Buch bekommt eine Leseempfehlung für alle Liebhaber von Mystery-Geschichten und Dramen.

Passenderweise muss man es mögen, wenn extreme psychische Probleme dauerhaft präsent sind und offen erörtert werden.
Hier wird die knallharte, traurige Realität mit dem Geheimnisvollen und Unbekannten vermischt.

Es ist ein Buch, was ich so in der Kombination noch nie gelesen habe.
Da ich auf den zweiten Band gespannt bin, werte ich das jetzt mal als positiv.

☼eure Nicole☼

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