Sabrina Schuh – Das Herz der Sidhe

Sabrina Schuh – Das Herz der Sidhe

rezensiert von Nicole am 27.04.2019
-Rezensionsexemplar-

Titel: Das Herz der Sidhe
Reihe: Das Böse und das Gute (2/2)
Autor: Sabrina Schuh
Genre: Märchenadaption
Verlag: Zeilengold Verlag (Das Print ist nur direkt beim Verlag erhältlich)
Seitenanzahl: 76
Erscheinungsdatum: 13.04.2019
Bildquelle/Klappentext: Amazon

Eine fallende Maske
Ein unerwarteter Weggefährte
Eine Flucht vor sich selbst

An Floras 25. Geburtstag offenbaren ihre Onkel ihr ein unglaubliches
Familiengeheimnis und drohen, sie umzubringen, wenn sie sich nicht für
die Familie entscheidet. Völlig aufgelöst flieht Flora und läuft dabei
Graf Theobald von Wasserfeld in die Arme, der ebenfalls auf der
Abschussliste ihrer Onkel steht. Schon bald finden sich die beiden auf
einer Flucht quer durch Europa wieder, die nur ein einziges Ziel hat:
gegen unsterbliche Wesen bestehen und überleben.

In „Das Herz der Sidhe“ spinnt Sabrina Schuh, getreu dem
Kooperationsmotto „Das Böse und das Gute“, das Märchen von der
Gänsehirtin am Brunnen weiter. In einer rasanten Geschichte rund um
Familiengeheimnisse, Todesangst und verzweifelte Hoffnung erfährt der
Leser, welches Schicksal die verstoßene Prinzessin nach ihrer Enttarnung
ereilt.

Ich habe mich sehr auf diesen 2. Band der „Das Böse und das Gute“-Reihe gefreut. Schließlich wollte ich nun unbedingt in Floras Gedankenwelt eintauchen, um meine aus Band 1 gebildete Meinung von ihr revidieren zu können. Dort ist sie nämlich nicht sehr gut weg gekommen. Ich mochte sie nicht, fand sie mega unsympathisch und das, obwohl ich sie ja doch nur von Erzählungen anderer kannte und sie sich mir noch nicht wirklich persönlich vorgestellt hat. Das sollte sich ja nun mit diesem Buch ändern, denn hier kommt Flora zu Wort!

Leider bin ich nach Beendigung des Buches nun sehr zwiegespalten und auch nicht so richtig glücklich mit dem Ergebnis.

Ich kann ganz sicher sagen, dass ich Flora nun immer noch nicht mag und meine Meinung zu ihr eigentlich nur bestätigt wurde. Zwischen den Zeilen haben ich zwar eine Menge Gefühle erahnt, die Verständnis für sie aufbringen und mich ihre Wut und Verbitterung nachvollziehen lassen können, ihre knallharten Gedanken und ihr Umgang mit ihren Mitmenschen, speziell einem, kann ich jedoch immer noch nicht nachvollziehen. Darauf tiefer einzugehen, würde inhaltlich zu viel verraten und ist ja auch gar nicht nötig, denn Buchcharaktere sind wie sie sind. Ob man sie mag oder nicht, gilt es ja nicht zu bewerten. Vielleicht sind diese negativen Gedanken Flora gegenüber ja auch bewusst von der Autorin gewählt worden, wer weiß.

Ich hatte leider ein viel größeres Problem mit der Geschichte an sich, denn ich konnte sie so gar nicht fühlen.
Ich habe weder Floras und Theos Angst auf der Flucht spüren können, noch ihre direkte Todesangst. In Situationen, wo Flora oder Theo dann tatsächlich echte Tränen der Furcht gelassen haben, weil es richtig ernst und ausweglos wurde, dann sind diese leider auch gar nicht bei mir angekommen.

Wenn ich nicht bereits 2 Bücher der Autorin gelesen hätte, bei denen ich selbst Rotz und Wasser geheult habe und wenn ich nicht ganz genau wüsste, dass Sabrina Schuh eine Autorin ist, die ganz automatisch Drama und Gefühle auf den Leser überträgt durch ihren einnehmenden, bildlichen und emotionalen Schreibstil, dann würde ich echt sagen, dass dieses Buch von jemand anderem geschrieben wurde.
Es blitzen zwar immer mal starke Emotionen oder auch tiefer gehende Botschaften durch, aber sie kratzen eben nur an der Oberfläche und verpuffen gleich wieder, weil die Handlung weiter voranschreitet. Vieles wirkt abgehackt für mich, hin und wieder sogar deplatziert und Stellen, die ich einfach näher hätte fühlen wollen um sie ganz einfach nachempfinden zu können, hätten für mich ausführlicher sein müssen um rund zu sein. Auch hatte ich Situationen, die ich nicht verstanden habe, weil die Handlungen für mich einfach nicht zum Charakter gepasst haben.

Das alles fand ich so schade, denn ich weiß , dass Sabrina Schuh generell wahnsinnig fesselnd, einnehmend und sehr emotional schreibt. Die Geschichte hat auch genau das eigentlich zu bieten, denn in ihr steckt so viel, aber ich muss das nun mal alles fühlen können, was mir aber nicht gelungen ist.

Ich kann mir das nur so erklären, dass das Buch mit knappen 80 Seiten einfach zu kurz ist. 50 oder sogar 100 Seiten mehr und das Ergebnis wäre sicher ein ganz anderes gewesen.

Ich stelle es mir als Autor generell sehr schwer vor, in einen Kurzroman all das zu packen, was ich erzählen möchte und muss. Vielleicht entscheidet man sich beim nächsten mal einfach für ein paar Seiten mehr.

Ich werde diese „Böse und Gut“- Reihen dennoch definitiv weiter verfolgen, denn der Gedanke dahinter, 2 Charaktere die man aus den Original-Märchen anders kennt, in ein anderes Licht zu stellen und sie überhaupt gedanklich zu Wort kommen zu lassen, finde ich sehr toll.

Mir haben hier leider die nötigen Emotionen gefehlt, um die generelle Handlung sowie die Taten und Gedanken der Charaktere nachempfinden zu können. Ich habe das Buch gelesen, fand es inhaltlich ok, aber mir war es schlicht zu kurz. Es fühlte sich so an, als ob die Autorin sich selbst bremsen musste und gerne mehr geschrieben hätte, aber ein Limit hatte und es fühlte sich einfach nicht fertig an. So ist Floras und Theos Geschichte leider einfach an mir vorbei gezogen, sie war nichts Halbes und nichts Ganzes für mich.

2,5/5

Rezension zu „Sylvia Rieß – Die Tränen der Sidhe (1)“

*Nicole*

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