Marah Woolf – Rückkehr der Engel

Marah Woolf – Rückkehr der Engel

rezensiert von Nicole am 15.09.2018

Titel: Rückkehr der Engel
Reihe: Angelussaga (1/3)
Autor: Marah Woolf
Genre: dystopische Fantasy
Verlag: Books on Demand
Seitenanzahl: 384
Erscheinungsdatum: 01.10.2018
ISBN-10: 3748108680
ISBN-13: 978-3748108689
Bildquelle/Klappentext: Amazon

Eine Welt, in der nichts mehr ist, wie es einmal war. Eine Zeit, in der Legenden, Wirklichkeit sind. Ein Geheimnis, das nie offenbart werden darf.
Im Venedig der Zukunft, besetzt von den Erzengeln und deren himmlischen Heerscharen, führt Moon einen beinahe aussichtslosen Kampf, um ihre Geschwister zu schützen. Ganz auf sich allein gestellt, darf sie niemandem vertrauen, schon gar keinem Engel.

Spannend, romantisch und fantastisch – mit einer starken Heldin, die alles daransetzt, die zu retten, die sie liebt.

Das Buch ist zu Ende und ich bin so richtig verzweifelt … ich muss wissen, wie es weiter geht! Und zwar sooooofort!

Da ist Marah Woolf mal wieder ein für mich absolutes Lesehighlight gelungen! Ich habe von der ersten bis zur letzten Seite hochkarätig mitgefiebert, so richtig, mit Herzklopfen und schweißnassen Händen, habe ständig andere Theorien gesponnen, nur um dann am Ende mit dem fiesesten aller Cliffhanger zurückgelassen zu werden!

Marah Woolf begibt sich mit ihrer Engel-Trilogie in neue Gefilde, denn das Setting ist weder elfengleich bezaubernd, noch göttlich-himmlisch!
Die Atmosphäre ist dieses mal dystopisch, düster und grau.

Die Engel sind auf die Erde zurück gekehrt!
Seit dem Tag ist nichts mehr wie vorher, denn die Engel haben die Herrschaft an sich gerissen. Sie verwüsten rücksichtslos, sie morden gnadenlos und sie stolzieren erhobenen Hauptes und arrogant durch unsere Welt, um Spaß zu haben und um ihre persönliche Mission zu erfüllen.

Warum tun sie das alles? Weil die Engel auf der Suche sind!
Auf der Suche nach 19 Schlüsselträgerinnen, die ihnen die Pforten zum Paradies öffnen sollen.

Wir befinden uns in Venedig, in einem zerstörten Venedig, denn natürlich ist seit der Übernahme der Engel dort nichts mehr, wie es war.
Dort lebt Moon, aus deren Sicht die Geschichte auch erzählt wird, mit ihren Geschwistern Tizian und Star.
Moon ist für mich die taffeste Protagonistin, die Marah Woolf je geschaffen hat und ich liebe sie!

Sie muss mit ihren 18 Jahren alleine für ihre Geschwister sorgen seit ihre Eltern nicht mehr da sind. Um das Überleben zu sichern, kämpft sie in der Arena gegen die skrupellosen Engel. Diese Kämpfe wurden von den Himmelswesen höchstpersönlich ins Leben gerufen.
Moons Hass auf die geflügelten Geschöpfe ist schier grenzenlos, schließlich haben diese es zu verantworten, dass sie ihr Leben nicht mehr unbeschwert führen kann und sie sich tagtäglich mit dem Tod konfrontiert sieht.

Aber Moon ist stark, wenn nicht sogar leicht verbittert und sie trotzt sogar den Engeln, die ihr mehr als furchteinflößend begegnen.

Sie sagt stets, was sie denkt, handelt oft spontan und unbedacht, auch wenn sie selber oft Angst hat. Dabei weiß sie selber, dass es des öfteren wohl klüger wäre, lieber den Mund zu halten. Aber das kann sie nicht, denn sie hat eine riesengroße Wut im Bauch! Diese Wut richtet sich nicht nur gegen die Engel, sondern auch gegen die Menschen, die sich einfach dem neuen Zeitalter der Engel anpassen. Innere Werte bedeuten den Menschen nichts mehr. Es geht nur noch ums nackte Überleben, ohne dabei auf seinen Nächsten zu achten.

Das alles war für mich so sehr spürbar, ich habe diese Atmosphäre regelrecht eingesaugt!
Ich habe mit Moon mitgefiebert in jeder Situation, habe ihren Hass gespürt, aber auch ihre Sorgen, Ängste und Zweifel. Dann wieder ihre kämpferische Natur, die Moon nicht hat aufgeben lassen und die die Engel unbedingt auch wissen lassen will, dass sie das ganze Elend zu verantworten haben.
Ich bin mit Moon durch die dunklen Gassen von Venedig gehetzt, aus purer Angst von einem Engel entdeckt zu werden. Ich war mit ihr und Alessio auf dem Mercato, habe den stinkigen Mief der Stadt gerochen und ich habe mit Moon gezittert, als sie in der Arena stand und Angst vor dem Tod hatte.

Aber auch sämtliche Nebenprotagonisten rund um Moon, wie ihre stumme Zwillingsschwester Star, ihr kleiner Bruder Tizian, ihr bester Freund Alessio, der Moon unterstützt wo er kann und der rebellische Phoenix, der Moon ein richtiger Dorn im Auge ist, haben alle einen so einnehmenden Raum in der Geschichte, dass ich jeden von ihnen vermisse, weil sie alle auf ihre eigene Art besonders sind und einfach die Geschichte perfekt machen.
Alle Charaktere, auch die fiesen, die ich hier nicht erwähne, haben unwahrscheinlich viel Tiefgang und das hat diesen Auftakt, neben der unglaublich spannenden und atmosphärischen Handlung, zu etwas ganz besonderem gemacht!

Tja, und dann wären da ja auch noch die Engel!
Das sind schon sehr mächtige und einnehmende Wesen diese fliegenden Himmelsbewohner. Sie leben in ihren Herrscher-Reichen über uns im Himmel und öffnen einfach mal so, sichtbar für uns alle ihre Tore, um uns schwache Menschen für ihre Zwecke zu benutzen! Das ist ja schon mal ein starkes Stück an sich!

Unter anderem treffen wir auf die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael, bei deren bloßer Präsenz jeder vor Angst starr nach unten schaut und ich durchaus feuchte Hände bei deren Auftauchen bekommen habe.

Dann begegnen wir ziemlich oft dem Höllenfürsten Lucifer. Sein pures Auftreten bringt die Luft vor Ehrfurcht zum Vibrieren und Kochen! In seiner Anwesenheit hält man einfach die Luft an, ich zumindest habe es getan. Er ist für mich die personifizierte Macht und seine Beweggründe in allem, was er tut und sagt, sind noch ein großes Fragezeichen für mich, was mich auf positive Weise schier wahnsinnig macht, da Teil 2 ja noch nicht fertig geschrieben ist.

Semjasa, ein treuer Gefolgsmann von Lucifer hat auch ein paar fiese und skrupellose Auftritte. Allerdings hat er auch einen gewissen Charme, der es mir schwer gemacht hat, ihn so richtig zu hassen.

Cassiel ist wohl der Engel, der aus allen anderen am meisten heraus sticht, denn er scheint irgendwie anders zu sein, nicht so machthungrig und egozentrisch. Er ist tatsächlich nett zu Moon und er bringt ihr aufgebautes Hass-Bild von den Engeln ganz schön ins Wanken.

Die Handlung hat eine Menge zu bieten und es erwartet euch neben der erwähnten gigantischen Atmosphäre und dem Hass, der in der Luft liegt, auch jede Menge Liebe, Geheimnisse, familiäre Stimmung und gewohnt phantastische Elemente.
Und natürlich Herzklopfen! Hab ich das Herzklopfen schon erwähnt? 😉

Ein für mich mehr als gelungener Auftakt einer dystopischen Engel-Trilogie!
Sämtliche Protagonisten sind sehr charakterstark, was absolut großartig ist. Die mehr als bildliche Leseatmosphäre lässt einen gänzlich in die Geschichte eintauchen und man fiebert absolut mit Moon mit.
Man will nun einfach unbedingt mehr wissen, denn dieser erste Teil hat sehr viele Fragen aufgeworfen, die ich natürlich lieber gestern als morgen beantwortet haben möchte. 😉


☼eure Nicole☼

Rezension zu „Zorn der Engel (2)“

3 Gedanken zu „Marah Woolf – Rückkehr der Engel

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