Johanna Benden – Nebelspäre – Der Zauber des Phönix

Johanna Benden – Nebelspäre – Der Zauber des Phönix

rezensiert von Nicole am 22.01.2019

Titel: Nebelspäre – Der Zauber des Phönix
Reihe: Lübeck-Reihe (1/4)
Autor: Johnna Benden
Genre: Urban-Fantasy
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Seitenanzahl: 502
Erscheinungsdatum: 10.02.2016
ISBN-10: 1523852836
ISBN-13: 978-1523852833
Bildquelle/Klappentext: Amazon

Als Margaretas Welt aus den Fugen gerät, fühlt sie sich der Situation hilflos ausgeliefert und ist am Ende ihrer Kräfte. Mit Romantik oder gar Leidenschaft hätte sie in der Lübecker Psychiatrie als Letztes gerechnet, aber dann begegnet sie Jan. Der junge Mann ist offensichtlich verrückt, erzählt ihr abgedrehte Geschichten und besucht sie jeden Tag auf ihrem Zimmer. Vor allem aber bringt er sie zum Lachen. Mit der Zeit beginnt Margareta Jan zu vertrauen und stellt fest, dass es in dieser Welt noch so viel mehr gibt, als sie bisher für möglich gehalten hat. Mit Jans Hilfe begibt sie sich auf die Suche nach ihrem wahren “Ich” und findet neben Magie und Drachen ihre große Liebe.

“Nebelsphäre – Der Zauber des Phönix” ist der erste Band der Lübeck-Reihe und ein in sich abgeschlossener Roman.

Ich bin ja ein großer Fan von Urban-Fantasy-Geschichten, die in meinem Heimatland spielen. Hier bin ich im Vorfeld schon immer aufgeregt, ob das wirklich alles so in unserer Welt funktionieren könnte mit den fantastischen Elementen. Storys in Amerika und Co sind da halt einfach immer weiter weg, man hat den persönlichen Bezug nicht unbedingt durch die Ferne und stellt so auch die Glaubwürdigkeit nicht unbedingt in Frage.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich fand die Story rund um Margareta, die in dem „Kontor Fredenhagen“ ihrer Großmutter, ein außergewöhnliches Familienunternehmen zur Beschaffung besonderer Dinge für die höhere und feinere Gesellschaft, arbeitet, großartig!

Da lag dauerhaft ein echt norddeutscher Flair in der Luft während dem Lesen, sei es durch den eingebauten Lübecker Dialekt oder die Erwähnung der Ostsee, was die Geschichte sehr natürlich gemacht hat. Gleichzeitig bin ich nun überzeugt davon, dass es da draußen wirklich Drachen gibt, die durch die Nebelsphären reisen können.

Welche Rolle Margareta dabei spielt oder spielen soll, wie genau das alles mit den Nebelspären funktioniert und was überhaupt dahinter steckt, das sollt ihr natürlich selbst heraus finden.

Das Buch hatte zwar ein Ende mit dem man erst mal leben kann, also keinen nervenaufreibenden Cliffhanger zum Schluss, aber dennoch möchte ich unbedingt Margaretas Geschichte weiter verfolgen. Man wird in diesem ersten Band natürlich nur eingeführt in die Welt der Magie, Dämonen und Drachen und spürt, dass es da noch ne Menge zu erleben gibt.

Hier ist von allem etwas dabei: eine sehr dramatische Familiengeschichte, die Margareta durch und durch geprägt hat, ziemlich lustige Dialoge, die sogar mich zum Schmunzeln gebracht haben, was echt selten der Fall ist, eine tolle magische Idee mit noch tolleren magischen Geschöpfen und natürlich die Schmetterlinge im Bauch, die mich stets begleitet haben, wenn 2 gewisse Protagonisten zusammen in einem Raum waren.

Die Geschichte steht und fällt mit Margareta und Jan. Beide sind ganz tolle und besondere Menschen, die ich echt in mein Herz geschlossen habe.

Neben dem doch recht lockeren Schreibstil der Autorin, waren es vor allem drei tiefsinnige Themen, die mich nachhaltig an das Buch erinnern werden und es somit zu etwas Besonderem für mich gemacht haben.

Wie weit kann man Liebe beeinflussen oder gar zwanghaft steuern?
Wie viel Verrat und Enttäuschung erträgt ein Mensch?
Was passiert, wenn jahrelang unterdrückte Gefühle plötzlich zum Ausbruch kommen?

Das alles erfahrt ihr mit und durch Margareta und Jan, mit einem magischen Setting im Hintergrund, locker-flockig und gleichzeitig sehr tiefgründig erzählt.

Übrigens haben die Nebelsphären mit der „Kiel-Reihe“ begonnen und danach kam erst diese „Lübeck-Serie“ raus. Man trifft hier wohl auf alte Bekannte des Vorgängers. Ich bin aber selbst das beste Beispiel dafür, dass es auch ohne diese Vorkenntnisse geht.

Ihr wundert euch vielleicht gleich, warum ich ein Bewertungsbüchlein abziehe, obwohl ich ja rundum begeistert daher schreibe.
Ich hatte tatsächlich durchgehend Probleme mit der Erzählart. Die Story ist in der 3. Person geschrieben, was an sich ja kein Problem ist. Allerdings übernehmen den Hauptanteil des Geschriebenen, Margaretas Gedanken. Mal spricht ihr Verstand, mal ihr Herz und mal sie selbst. Ich habe mich wirklich dauerhaft gefragt, warum diese tolle Geschichte nicht einfach in der Ich-Perspektive geschrieben wurde. Ich habe mir die Sätze manchmal sogar gedanklich umgeschrieben.
Der tollen Geschichte tut das natürlich keinen Abbruch und ihr müsst das auch nicht so empfinden wie ich, aber ich wollte es erwähnt haben, da es mich einfach etwas gestört hat.

Eine völlig überzeugte Leseempfehlung bekommt das Schätzchen aber auf jeden Fall!

Ein Familienunternehmen, dass in und für die schicke Gesellschaft arbeitet, eine junge Frau, die nicht die ist, die sie ein Leben lang glaubt zu sein und ein junger Mann, der die Verbindung zwischen der magischen und der menschlichen Welt darstellt. Das alles bekommt ihr sehr emotional, mit teilweise norddeutschem Dialekt, in einer sehr heimatverbundenen Geschichte erzählt.

Ihr mögt Drachen? Sehr gut, denn diese imposanten Wesen können einen schon echt vom Hocker hauen. Besser, man ist vorbereitet. 😉

☼eure Nicole☼

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