Jennifer Alice Jager – Die Nacht der fallenden Sterne

Jennifer Alice Jager – Die Nacht der fallenden Sterne

rezensiert von Nicole am 09.06.2018
– Rezensionsexemplar –

Titel: Die Nacht der fallenden Sterne
Reihe: abgeschlossenes Buch
Autor: Jennifer Alice Jager
Genre: Fantasy, High Fantasy, Märchenadaption
Verlag: Impress
Seitenanzahl: 284
Erscheinungsdatum: 07.06.2018
ISBN-10: 3551301220
ISBN-13: 978-3551301222
Bildquelle/Klappentext: Amazon

**Die verlorenen Splitter des Herzens der Mondkönigin**

Niemals trüben Wolken den Blick auf das Firmament des Landes Havendor. Der Mond leuchtet stets rund vom Himmelszelt und die Sterne flüstern sich Geschichten von Magie und Wundern zu. Legenden über den silbernen Thron der alten Könige… Als direkte Nachfahrin eben dieser Könige und rechtmäßige Regentin hat Luna die Erzählungen darüber schon immer geliebt. Doch nie hätte sie für möglich gehalten, dass sie wahr sein könnten. Bis eines Nachts die Sterne vom Himmel fallen und zu Männern werden – den Kriegern der Mondkönigin. Sie suchen nur eines: Luna. Nun muss Luna sich ausgerechnet mit dem Mann verbünden, der ihre Familie gestürzt hat und jetzt selbst Anspruch auf die Regentschaft erhebt: Hayes Hallender, dessen warme Augen eine trügerische Sicherheit versprechen.

»Die Nacht der fallenden Sterne« ist eine Adaption des Volksmärchens »Sterntaler« und ein in sich abgeschlossener Einzelband.

Was für eine Geschichte! Ich bin jetzt noch hin und weg und mag mich noch gar nicht von Luna und dem Land Havendor verabschieden.

Das liegt nicht etwa daran, dass es in Havendor so toll ist oder gar harmonisch und zuckersüß zugeht, ganz im Gegenteil!

Die Geschichte rund um die Thronerbin Luna, ist vielmehr knallhart, teilweise brutal und geprägt von Magie, Macht, Emotionen, Intrigen und Manipulationen.

Gleichzeitig ist sie so tiefgründig und fesselnd, dass man sich vom ersten bis zum letzten Wort einfach nur wünscht, dass alles doch bitte ein gutes Ende finden wird.
Dieses „gute Ende“ steht ständig auf einem ungewissen Stern und deshalb habe ich durchgehend mitgefiebert und mitgebangt.

Die Autorin hat mit Luna und Hayes 2 einzigartige Charaktere erschaffen, die ich unwahrscheinlich gerne begleitet habe.
Sie sind so unterschiedliche und absolut charakterstarke Persönlichkeiten, die versuchen einfach nur sie selber zu sein und das, obwohl sie eigentlich gar keine echte Chance dazu haben.
Sie sind Marionetten ihrer Vorfahren, unbewusste Opfer der Mondkönigin und der Sonnenkönigin und versuchen einfach nur, das Richtige zu tun um zu leben und zu überleben.

Hineingeboren in eine Welt, die von Reichtum und Armut geprägt ist, gehören Luna und Hayes zu den privilegierten Herrscher-Familien. Ein einziger Abend macht sie zu Todfeinden und das skrupellose Spiel um die Macht beginnt.

Luna und Hayes gehen völlig unterschiedlich damit um, aber so grundehrlich und tiefsinnig, dass ich immer an den Seiten beider war, um mit ihnen zu grübeln, zu verzweifeln oder auch mal herzlich zu lachen, denn ihre scharfzüngigen Dialoge sind herzallerliebst. Beide haben einen unbändigen Kampfgeist. Dass das jedoch manchmal alleine nicht ausreicht, müssen beide am eigenen Leib erfahren.
Es gibt übrigens einen atemanhaltenden Showdown, der alle vorherigen Überlegungen, die man vielleicht hat, aufklärt, der bestimmt ist durch absolut tiefgreifende Emotionen und mich sehr berührt hat. Hier trifft die Magie auf die Realität!

Der Schluss kam mir persönlich ein wenig zu abrupt und ich hätte gerne noch ein paar zusätzliche und nachfolgende Einblicke auf das eigentliche Ende erhalten, aber das ist „Meckern“ auf hohem Niveau, denn ich fand das Buch wirklich rundum gelungen!

Wer sich jetzt fragt, was das alles mit dem Märchen „Sterntaler“ zu tun hat, dessen Adaption die Geschichte ja dar stellt, dem kann ich sagen: es erwartet euch eine ganz eigene und völlig andere Geschichte als „Sterntaler“, ABER auch hier gibt es ein Mädchen, in dem Fall ein sehr reiches, welches zur Flüchtigen wird. Plötzlich steht dieses Mädchen vor dem Nichts und dennoch beschenkt sie völlig selbstlos und beschämt die Armen mit ihrem letzten Hab und Gut und während sie so durch den finsteren Wald wandert, mit nur noch ihrem Hemd am Körper, fallen auf einmal die Sterne vom Himmel …

Eine rundum gelungene und sehr emotional-tiefgründige Adaption von dem Märchen „Sterntaler“. Die Geschichte ist geprägt von absolut starken Protagonisten und zeigt uns, wie falsch eingesetzte Magie den Machttrieb eines Menschen frei setzt und was es für Folgen haben kann.

☼eure Nicole☼

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