Christina Sweeney-Baird – Die andere Hälfte der Welt

Christina Sweeney-Baird – Die andere Hälfte der Welt

rezensiert von Nicole am 04.01.2021
-Rezensionsexemplar-

Titel: Die andere Hälfte der Welt
Reihe: abgeschlossenes Buch
Autor: Christina Sweeney-Baird
Genre: Katastrophen-Roman
Verlag: Diana Verlag
Seitenanzahl: 496
Erscheinungsdatum: 11.10.2021
ISBN-13: 978-3453292529
Bildquelle/Klappentext: Amazon

Glasgow, 2025. Dr. Amanda Maclean behandelt einen jungen Mann mit leichtem Fieber. Innerhalb von drei Stunden stirbt er. Die mysteriöse Krankheit breitet sich mit tödlicher Geschwindigkeit im Krankenhaus aus. Und das ist nur der Anfang. Alle Opfer sind Männer. Dr. Maclean schlägt Alarm, doch das Virus erreicht bald jeden Winkel der Erde. Bedroht Familien. Regierungen. Länder. Die Welt ist fremdartig geworden – eine Welt der Frauen, die sich rasend schnell an die Abwesenheit der Männer anpassen müssen. Können sie ein Heilmittel finden bevor es zu spät ist? Wird diese Krankheit das Ende der Geschichte der Welt sein – oder ihre Rettung?

“Die andere Hälfte der Welt” ist wohl das authentischste Buch, was ich seit langem gelesen habe.
Eine Geschichte über eine Pandemie zu lesen, während wir in unserem echten Leben gerade wirklich eine der schlimmsten Pandemien aller Zeiten selbst durchleben, war irgendwie verrückt.
Ich konnte manchmal selbst nicht glauben, warum ich mir das thematisch antue, wo Bücher mich doch aus meinem Alltag entfliehen und in fremde Welten abtauchen lassen sollen, statt mich in noch schlimmere, allzu real wirkende Abgründe hineinzuziehen.
Und doch konnte ich es kaum erwarten, das Buch wieder aufzuschlagen und tiefer in die Geschichte einzutauchen …

Die Geschichte von wem eigentlich?

Das ist meiner Meinung nach das besonderste an dem Buch, denn es gibt hier nicht nur einen oder zwei Hauptprotagonisten.
Wir durchleben die rasante Veränderung der Welt durch die Augen ganz vieler unterschiedlicher Menschen, schlüpfen in die Rollen von Politikern, Ärzten, Virologen, verzweifelten Müttern, liebenden Ehefrauen und erkrankten Männern.
Die Perspektive wird so oft und viel gewechselt, wie das Virus, was ausschließlich Männer innerhalb von 7 Tagen dahinraffen und sterben lässt, erbarmungslos zuschlägt.

Man ist einfach ganz automatisch in diesem Setting gefangen, ist verzweifelt, traurig oder verärgert, je nachdem welche Perspektive man einnimmt.
Vor allem aber ist man schockiert, weil man eine ähnliche Katastrophe gerade selbst zu bewältigen hat und sich die Berichtserstattung in diesem Buch erschreckend real lesen und vor allem hautnah fühlen lässt.

Wenn man bedenkt, dass die Autorin dieses Werk bereits im Juni 2019 beendet hat, also vor dem Ausbruch unserer echten Pandemie, dann nenn ich das mal Berichterstattung und Recherche auf hohem Niveau.
Wie ein Virus sich verbreitet ist zwar nicht neu, wie die Menschheit damit umgeht, unter Umständen schon.
Vielleicht ist die Autorin aber auch einfach nur eine Prophetin.

Ihr merkt, ich bin begeistert.

Trotz aller Euphorie muss ich jedoch ein Bewertungsbüchlein abziehen.
Das gesamte Buch umfasst etwa 4,5 Jahre Pandemie.
Während die erste Buchhälfte durch eine rasante, gleichzeitig detaillierte und kaum zu toppende Spannung geglänzt hat, plätscherte die Story leider nach der Hälfte etwas dahin und wurde ein wenig langatmig.
Die Zeitsprünge wurden größer und damit blieb leider das Feeling etwas auf der Strecke.
Dennoch absolut Daumen hoch für das Debüt der Autorin!

Ich empfehle dieses Buch ausdrücklich allen, die gerne realitätsnahe, emotionale Katastrophengeschichten lesen. Diese Story geht absolut unter die Haut und ist ähnlich wie ein Bericht aus verschiedenen, sehr authentischen Perspektiven geschrieben.

* eure Nicole *

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