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Kategorie: Märchenspinnerei

Rabea Blue – Saving Rapunzel

Rabea Blue – Saving Rapunzel

rezensiert von Nicole am 28.02.2020
-Rezensionsexemplar-

Titel: Saving Rapunzel
Reihe: abgeschlossenes Buch (Teil 19 der Märchenspinnerei)
Autor: Rabea Blue
Genre: Märchenadaption
Verlag: Machandel-Verlag
Seitenanzahl: 180
ISBN-10: 3959591675
ISBN-13: 978-3959591676
Erscheinungsdatum: 30.11.2019
Bildquelle/Klappentext: Amazon

Eine eingesperrte Frau
Ellenlanges Haar
Ein Mordprozess

Janes Ehemann ist vor ihren Augen verbrannt. Für den sektenähnlichen „Alten Kreis“, dem das Opfer angehörte, ist die Sache klar: Es war Mord. Ein Mord, für den sie sofort Jane und deren Gärtner Diego verantwortlich machen. Doch was ist das Motiv? Wie brach das Feuer aus? Und werden die Geschworenen die Angeklagten für schuldig erklären?

Rapunzel einmal anders. „Saving Rapunzel“ ist eine bedrückende Abwandlung des bekannten Märchens der Gebrüder Grimm, in der Rabea Blue das Thema häusliche Gewalt und Unterdrückung von Frauen aufarbeitet. Nach und nach erkennt Jane, dass das reale Leben nicht so sein muss, wie man es ihr seit Kindesbeinen vorgegeben hat.

Dieses Buch habe ich aufgeschlagen und erst wieder geschlossen, als es fertig gelesen war.
Man könnte jetzt sagen, dass dies an der Buchkürze liegt, doch dem ist nicht so.
Novellen haben es bei mir in der Regel sogar viel schwerer, mich emotional abzuholen, weil ihnen für mich oft der Tiefgang fehlt, eben aufgrund der wenigen Buchseiten. „Savin Rapunzel“ hat mich hier aber schlicht begeistert, überrascht und wirklich mitgerissen.

Als Setting hat die Autorin einen Gerichtssaal mit einem laufendem Prozess gewählt. Das war wirklich mal was anderes und klasse umgesetzt. Während der Gerichtsverhandlung gibt es immer mal wieder kleine Rückblicke der Protagonisten, um uns Lesern alle Situationen und vor allem das Leben von unserer „Rapunzel“ Jane ersichtlich zu machen.

Jane ist wirklich eine echte Rapunzel. Sie ist mehr als eingeschüchtert, wird unterdrückt und ihrer Freiheit beraubt. Es gibt für sie kein Entkommen und bedauerlicherweise hat sie ein anderes Leben niemals kennen gelernt.

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Janna Ruth – Der Herr der wilden Jagd

Janna Ruth – Der Herr der wilden Jagd

rezensiert von Nicole am 10.02.2020
-Rezensionsexemplar-

Titel: Der Herr der wilden Jagd
Reihe: Die Wylde Jagd 2, (Das Gute und Das Böse 2/2)
Autor: Janna Ruth
Genre: Märchenadaption
Verlag: Machandel Verlag
Seitenanzahl: 131
Erscheinungsdatum: 13.02.2020
ISBN-10:
ISBN-13:
Bildquelle/Klappentext: Amazon

Zwei Geschwister
Ein Feenkönig
Eine tödliche Jagd

Wenn des Nachts die Dächer im Sturm klappern und die Cwn Annwn ihr unheimliches Geheul anstimmen, dann reitet der Feenkönig zur Jagd.
Carys ist gerade erst mit ihrem autistischen Bruder Dylan in den unberührten Norden von Wales gezogen, als ihr ein fürchterliches Unwetter das halbe Dach vom Haus reißt. Am nächsten Morgen steht Arawn vor ihrer Haustür: der Mann mit dem Sturm im Blick. Er lädt die Geschwister zur Wilden Jagd ein und während Dylan jeden Abend mit dem Wind rennt, verliebt sich Carys in den ungestümen Feenkönig. Bis sie selbst zur Beute wird.

Im »Der Herr der wilden Jagd« verwebt Janna Ruth das klassische Märchen von Brüderchen und Schwesterchen mit der walisischen Sage von der Wilden Jagd. Dabei entsteht ein wildromantisches Abenteuer um die Themen Freiheit, Fürsorge und Selbstbestimmung.

Der Klappentext verspricht uns hier ein „wildromantisches Abenteuer um die Themen Freiheit, Fürsorge und Selbstbestimmung“, angelehnt an die walisische Sage der „Wilden Jagd“ und das Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“.

All das hab ich hier in dieser Novelle auch durchaus bekommen. Allerdings war mir dieser Kurzroman tatsächlich zu kurz um die Geschichte komplett nachvollziehen, ja wirklich gänzlich fühlen zu können. Ich bin bis zum Schluss das Mäuschen am Rande der Geschichte geblieben, anstatt mittendrin dabei zu sein.

Wer bereits Bücher von Janna Ruth gelesen hat, der weiß, dass ihr Schreibstil einfach wundervoll ist. Die Autorin schafft es spielerisch, ja fast schon poetisch, ernste Themen zwischen die Zeilen zu zaubern. Sie spricht oft nicht direkt Klartext, sondern kitzelt mit blumigen und bildlichen Worten an unseren eigenen Gedanken und lässt so unter Umständen eine Explosion an Emotionen frei.

So ging es mir auch dieses mal, als der Herr der Wilden Jagd, der Feenkönig Arawn höchstpersönlich vor der jungen Carys stand und auf stürmische Weise Einlass in ihr Herz gewährt haben mochte.
Wer würde da nicht schwach werden?

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Tina Skupin – Wild Hunt Casino

Tina Skupin – Wild Hunt Casino

rezensiert von Nicole am 05.02.2020
-Rezensionsexemplar-

Titel: Wild Hunt Casino
Reihe: Die Wylde Jagd 1, (Das Gute und Das Böse 1/2)
Autor: Tina Skupin
Genre: Märchenadaption
Verlag: Machandel Verlag
Seitenanzahl: 105
Erscheinungsdatum: 13.02.2020
ISBN-10:
ISBN-13:
Bildquelle/Klappentext: Amazon

Zwei Geschwister
Eine Elfenkönigin
Ein wilder Plan

Nach elfjähriger Verbannung kehrt die Glücksfee Titania „Ti“ zurück nach Las Vegas, ihre Stadt, über die mittlerweile ihr verhasster Konkurrent Oberon mit seiner Wilden Jagd herrscht.
Gemeinsam mit den Zirkusartisten Anita und Ernesto stellt Ti ein Team von Spezialisten zusammen. Ihr Ziel: Das sagenumwobene Horn der Wilden Jagd von Oberon zu stehlen. Der spielt mit falschen Karten. Doch das tut Ti ebenfalls.

Die böse Stiefmutter aus dem Märchen Brüderchen und Schwesterchen, in einer klassischen Las Vegas- Diebesgeschichte, vermischt mit der Sage der Wilden Jagd: Das sind die Zutaten, aus denen Tina Skupins „Wild Hunt Casino“ besteht. Ein actionreiches Abenteuer um alte Freundschaften, neue Freundschaften und die Liebe zur Stadt des Glücks.

Wart ihr schon mal in Las Vegas? Der Stadt mitten in der Wüste, die man eigentlich nur mit einem dicken Geldbeutel besuchen sollte?
Also ich war noch nie dort und habe auch noch nie ein Casino von innen gesehen. Allerdings habe ich dennoch das Gefühl, den vollen Durchblick zu haben, denn ich habe „Wild Hunt Casino“ gelesen!

105 Seiten hat diese Novelle gerade mal und ich bin schwer beeindruckt, wie voll die Autorin diese paar Seiten gepackt hat. Voll mit Action, Nervenkitzel, Spannung, witzigen Wortgefechten und tiefen Emotionen.

Das Büchlein strotzt in erster Linie vor grandioser Casino- und Wild- West-Atmosphäre, gepaart ist das Ganze mit einem ausgeklügelten Diebesraubzug, der geplant und in die Tat umgesetzt werden muss. Ich wusste vor dem Buch selber nicht, wie sehr ich diese Kombi tatsächlich mag.

Generell werden hier Fantasy-Elemente so genial mit unserer Welt vermischt, dass nichts, aber auch gar nichts irgendwie unnatürlich wirkt. Soll noch mal einer sagen, dass es weder Feen noch Elfen gibt, tssss lächerlich! Ich spreche hier übrigens von der erwachsenen Variante und nicht von den rosa glitzernden Fantasywesen.

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Laura Kier – Myalig – gestohlene Leben

Laura Kier – Myalig – gestohlene Leben

rezensiert von Nicole am 11.09.2019
-Rezensionsexemplar-

Titel: Myalig – gestohlene Leben
Reihe: abgeschlossenes Buch (Teil 18 der Märchenspinnerei)
Autor: Laura Kier
Genre: Märchenadaption
Verlag: Kier Laura
Seitenanzahl: 290
Erscheinungsdatum: 13.09.2019
ISBN-10: 3964270032
ISBN-13: 978-3964270030
Bildquelle/Klappentext: Amazon

Ein verlassener Weinberg.
Ein Luftschiff im Gewitter.
Ein verborgenes Labor.

Seit Jahren fordert die Krankheit Myalig unzählige Leben. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, werden ganze Dörfer ausgelöscht.
Auch Amanda wird beinahe Opfer der Säuberungen, obwohl sie die Krankheit überlebt hat. In der Hoffnung, Amanda könnte der Schlüssel zu einem Heilmittel sein, schickt Graf Levente von Sonnfried seinen Androiden, um sie zu retten. Doch wird sie bei Levente ankommen? Und ist sie wirklich der Schlüssel zur Heilung von Myalig?
Die Schöne und das Biest einmal anders.
In »Myalig – gestohlene Leben« lässt Laura Kier Weinreben in karger Erde wachsen und treibt Zahnräder mit Sonnenenergie an. Das französische Volksmärchen im Steampunk-Setting wird zu einer düsteren Geschichte über Vertrauen, Ausgrenzung und den Kampf um Menschlichkeit.

Band 18 der Märchenspinnerei verspricht eine Adaption des Volksmärchens „Die Schöne und das Biest“ und ich kann euch versichern, ihr bekommt ein wahrlich gelungenes Rahmensetting, was mit dem Original mithalten kann und dennoch lest ihr natürlich eine völlig andere Geschichte.

Laura Kier hat hier ganz viele tolle Märchenelemente mit in ihre Geschichte aufgenommen.
Sie hat zum einen ein Biest geschaffen, was im Grunde kein solches ist und nur durch seine Erscheinung und seine verborgenen Taten so wirkt.
Zudem gehen wir gemeinsam mit Amanda, der Hauptprotagonistin, aus deren Sicht die Geschichte auch erzählt wird, auf einen Ball und beschäftigen uns mit dem Verlust der Familie und der Heimat. Rosen spielen natürlich genauso eine Rolle, wie die Zeit, die allen davon läuft.

Ihr merkt, es gibt da so einige tolle Parallelen zum Original, welche ich wirklich toll umgesetzt fand.

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Christina Löw – Der Kater unterm Korallenbaum, oder: Wünschen will gelernt sein

Christina Löw – Der Kater unterm Korallenbaum, oder: Wünschen will gelernt sein

rezensiert von Nicole am 23.07.2019
-Rezensionsexemplar-

Titel: Der Kater unterm Korallenbaum, oder: Wünschen will gelernt sein
Reihe: abgeschlossenes Buch (Teil 17 der Märchenspinnerei)
Autor: Christina Löw
Genre: Märchenadaption
Verlag: Christina Löw (Nova MD)
Seitenanzahl: 312
Erscheinungsdatum: 13.07.2019
ISBN-10: 3964434183
ISBN-13: 978-3964434180
Bildquelle/Klappentext: Amazon

Drei Geschwister
Zwei Kulturen
Ein Kater

Yuki würde sich am liebsten nur auf ihre Design-Karriere konzentrieren, doch die Realität sieht anders aus: In der Agentur muss sie sich mit eifersüchtigen Kolleg*innen herumschlagen und das Familienessen am Wochenende wird von Auseinandersetzungen mit ihren älteren Geschwistern überschattet. Als dann auch noch ihr Vater stirbt und sie Familienkater Sasuke erbt, gerät ihre Welt vollends aus den Fugen: Denn der Kater kann nicht nur sprechen, er mischt sich mit seinen magischen Pfoten auch gern in alle Bereiche ihres Lebens ein … selbst in Sachen Liebe.

Der gestiefelte Kater einmal anders. In »Der Kater unterm Korallenbaum, oder: Wünschen will gelernt sein« spinnt Christina Löw aus Elementen des grimmschen Märchens eine moderne Fabel über Geschwisterstreit und Familienbande, zweite Chancen und den Umgang mit Verlust sowie die Suche nach der eigenen Identität.

„Der gestiefelte Kater“ gehört ganz sicher nicht zu meinen Lieblingsmärchen. Die Botschaft, die die Geschichte mir vermittelt, nämlich, dass andere sich um das eigene Wohl kümmern, man sich selbst zurücklehnen kann, nicht selbst kämpfen muss und dann auch noch das eigene Glück auf Kosten anderer geht, missfällt mir doch sehr.

Christina Löw hat sich mit „Der Kater unterm Korallenbaum, oder: Wünschen will gelernt sein“ genau dieses Märchen vor genommen und sie hat es tatsächlich geschafft, mich mit dem Original zu versöhnen.

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