Yuki und die Familienbande

Yuki und die Familienbande

Beitrag zum Buch „DER KATER UNTERM KORALLENBAUM oder WÜNSCHEN WILL GELERNT SEIN“

Hallo ihr lieben Märchenfreunde oder die, die es noch werden wollen!

Band 17 der Autorenvereinigung „Märchenspinnerei“ steht bereit und wartet ganz
ungeduldig darauf, endlich die Bücherwelt erobern zu dürfen!


Und darum geht es in dem Buch von Christina Löw:

Yuki würde sich am liebsten nur auf ihre Design-Karriere konzentrieren, doch die Realität sieht anders aus: In der Agentur muss sie sich mit eifersüchtigen Kolleg*innen herumschlagen und das Familienessen am Wochenende wird von Auseinandersetzungen mit ihren älteren Geschwistern überschattet. Als dann auch noch ihr Vater stirbt und sie Familienkater Sasuke erbt, gerät ihre Welt vollends aus den Fugen: Denn der Kater kann nicht nur sprechen, er mischt sich mit seinen magischen Pfoten auch gern in alle Bereiche ihres Lebens ein … selbst in Sachen Liebe.

Der gestiefelte Kater einmal anders. In »Der Kater unterm Korallenbaum, oder: Wünschen will gelernt sein« spinnt Christina Löw aus Elementen des grimmschen Märchens eine moderne Fabel über Geschwisterstreit und Familienbande, zweite Chancen und den Umgang mit Verlust sowie die Suche nach der eigenen Identität.
(Quelle: Amazon)


Natürlich habe ich euch heute als „Fee der Märchenspinnerei“ ein wenig Input zum Buch mitgebracht.
Ich wollte euch nämlich etwas zum Thema FAMILIENBANDE passend zum Buch erzählen.
Ihr habt da voll Glück, denn mir ist die liebe Yuki neulich zufällig begegnet und da habe ich quasi Informationen aus erster Hand erhalten.

Ich war letzten Samstag in der Stadt unterwegs, machte ein kurzes Päuschen auf einer Bank und da stand sie auf einmal vor mir, mit einer riiiiiiesigen Tüten in ihrer Hand, die randvoll gefüllt war mit Lebensmitteln der unterschiedlichsten Art.
Ich kannte Yuki zu dem Zeitpunkt noch gar nicht, aber sie setzte die Tüten neben mir auf der Bank ab, verschnaufte kurz und wir kamen ins Gespräch …


„Hi, ich bin Yuki und gerade zu meinem wöchentlichen Familientreffen unterwegs. Eigentlich bin ich schon etwas spät dran, denn ich bin mit meinem Vater zum Kochen verabredet, aber da ich weiß, wie sehr er die Lebensmittel aus >seinem< speziellen Laden bei Herr Tain schätzt, habe ich einen Umweg auf mich genommen. Ach was soll’s, eine kurze Verschnaufpause gönne ich mir jetzt, *lach*. “ 

„Hallo Yuki, ich bin Nicole. Dein Name klingt so asiatisch.  Japanisch, richtig? Wenn ich mir die leckeren Sachen in deiner Tüte so ansehe, dann scheint das ja ein richtiges Festmahl zu werden heute Abend.“ 

„Ach das wird nicht weltbewegend, aber wir kochen japanisch!
E
s gibt natürlich Suppe und Reis, verschiedene Beilagen und als Hauptspeise Gemischtes Tempura. Als Nachtisch werden wir Daifuku, japanische Reiskuchen mit einer Füllung aus roter Bohnenpaste zubereiten.
Und damit wäre deine Frage auch schon beantwortet, ja meine Eltern stammen aus Japan, aber ich bin hier in Deutschland geboren.“ 

„Das klingt ja super spannend und vor allem lecker! Ihr macht diese Familientreffen regelmäßig sagst du? So eine Tradition finde ich echt schön.“

„Ja, jeden Samstag treffen wir uns und schön könnte man das finden, wenn man nicht immer die ganze Arbeit allein damit hat! Du musst wissen, dass mein Vater krank ist. Er hat bereits 2 Herzanfälle hinter sich, meine Mutter ist leider gestorben als ich noch sehr klein war und ich möchte meinen Vater wirklich gerne unterstützen. Er muss auf sich aufpassen und sich mehr schonen. Das tut er nämlich nicht von alleine.“

„Dass mit deiner Mutter tut mir sehr leid und dass es deinem Vater gesundheitlich nicht gut, auch …
Mhhh, dein Familientreffen klingt irgendwie „groß“ und mit dem vielen Gemüse und Fleisch in deiner Tüte könntest du sicher eine ganze Kompanie satt bekommen. Du hast doch sicher Geschwister, die auch zu dem Familienabend kommen oder? Wenn ja, können die dir und deinem Vater nicht auch zur Hand gehen?“

„Pffffff, da sagst du was … Ich bin die Jüngste in der Familie, das Nesthäkchen sozusagen. Mein Bruder Hayate ist 8 Jahre älter als ich und meine Schwester Izumi 6 Jahre. Beide sind fest liiert, Izumi sogar verheiratet und hat 2 Kinder. Meine Geschwister haben ihren Weg gemacht. Izumi hat ihre eigene kleine Familie und Hayate ist beruflich erfolgreich und hat eine Partnerin.
Beide haben also ihre eigenen Verpflichtungen und Zeit haben sie da schon gar nicht. Für Vater können sie sich kaum entbehren, aber mich bei jeder Gelegenheit darauf hinzuweisen, das ich endlich was aus meinem Leben machen soll, endlich Kinder in die Welt setzen soll und und und und … tja, dafür haben sie natürlich Zeit und am liebsten nutzen sie unsere Familientreffen am Samstag dafür! *Augenroll*
Meine Schwester Izumi ist da die Schlimmste. Sie möchte mir sogar jede Woche Tipps geben, wie ich endlich zu einem Mann an meiner Seite komme! Pffffff. Ich bin 27, da hat sie bereits ihr erstes Kind bekommen, sagt sie mir ständig. Furchtbar oder? Sie meint immer noch die Mutterrolle mit übernehmen zu müssen, denn das hat sie früher getan.“

„Das klingt echt doof …“

„Ich will wirklich nicht jammern. Das ist eigentlich auch gar nicht meine Art, das alles einem wildfremden Menschen so zu erzählen …“

„Aber man merkt, du leidest schon ein wenig unter der Situation. Und da du mit deinem Vater sicher nicht darüber reden kannst, weil du ihn ja schonen und nicht zusätzlich aufregen möchtest, musst du deinem eigenen Herzen ja mal irgendwie Luft machen. Das ist also völlig in Ordnung, dass du das mir, einer unbekannten Person erzählst. Außerdem kennen wir uns ja jetzt, *zwinker*.“

„Eigentlich bedeuten mir meine Geschwister ja auch sehr viel, vor allem die Kinder von meiner Schwester, die sind toll. Durch unseren großen Altersunterschied sind meine Geschwister nur irgendwie gemeinsam zusammen geschweißt, ohne mich. Ich habe damals nach dem Tod meiner Mutter einfach viel Zeit mit meinem Vater verbracht. Wir verstehen uns wirklich blind. Ein inniges, geschwisterliches Verhältnis zu meinen Geschwistern ist da bedauerlicherweise etwas auf der Strecke geblieben, denn sie haben ja eher die Elternrolle für mich mit übernommen. Manchmal beneide ich sie wirklich dafür, dass sie unsere Mutter wenigstens kennen gelernt haben. Ich war zu klein damals und kann mich an die Zeit nicht mehr erinnern.
So, genug Trübsal geblasen und gejammert! Nun muss ich auch wirklich los! Das Essen kocht sich ja nicht von alleine, *lach*, und es wollen schließlich  8 hungrige Mäuler gestopft werden!“ 

„Es war echt nett, deine Bekanntschaft gemacht zu haben Yuki! Ich wünsche dir trotz allem einen schönen Familienabend. Lass dich nicht von deinen Geschwistern, deren Partnern und Kindern ärgern heute Abend ok? Wenn doch, dann streiche ihnen den Nachtisch, *grins*!“

„Gute Idee, *lach*! Nein, ich lass mich nicht ärgern. Danke für’s Zuhören. Das war nett und hat gut getan. Vielleicht läuft man sich mal wieder über den Weg! Würde mich freuen, mach’s gut!“ 

„Tschüss Yuki!“


Das war meine Begegnung mit Yuki, die mir übrigens beim Verabschieden noch erklärt hat, dass ihr Name Yu-kii ausgesprochen wird, mit der Betonung auf der letzten Silbe. 😉

Sie wirkt nett oder? Wenn auch leicht frustriert, genervt, aber auch traurig irgendwie. Ich hoffe wirklich, ihr Vater erleidet nicht so bald wieder einen Herzanfall. Mir ahnt da aber irgendwie böses … Ich hoffe, mein Gefühl trügt mich!

*Nicole*

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