Arno Strobel – Offline

Arno Strobel – Offline

rezensiert von Nicole am 23.10.2020

Titel: Offline
Reihe: abgeschlossenes Buch
Autor: Arno Strobel
Genre: Psychothriller
Verlag: Fischer
Seitenanzahl: 368
Erscheinungsdatum: 25.09.2019
ISBN-13: 978-3596703944
Bildquelle/Klappentext: Amazon

Fünf Tage ohne Internet. Raus aus dem digitalen Stress, einfach nicht erreichbar sein. Digital Detox. So das Vorhaben einer Gruppe junger Leute, die dazu in ein ehemaliges Bergsteigerhotel auf den Watzmann in 2000 Metern Höhe reist.
Aber am zweiten Tag verschwindet einer von ihnen und wird kurz darauf schwer misshandelt gefunden. Jetzt beginnt für alle ein Horrortrip ohne Ausweg. Denn sie sind offline, und niemand wird kommen, um ihnen zu helfen …

„Offline“ ist definitiv ein Psychothriller, den man, einmal begonnen, nicht mehr aus der Hand legen kann. Ich zumindest war dazu nicht in der Lage.
Von Seite zu Seite war man tiefer in der Geschichte gefangen und die Anspannung, dem Täter auf die Spur zu kommen, wurde immer größer.
Nicht zu vergessen die Angst, wen es als nächstes treffen könnte und vor allem wann und wie!

Dabei ist die Thematik nicht neu, denn wer hat nicht schon mal ein Buch gelesen oder einen Film geschaut, wo mehrere Menschen in einem abgeschiedenen Hotel, von der Außenwelt abgeschnitten, fest sitzen und wo ein scheinbarer Killer unter ihnen sein Unwesen treibt?

Arno Strobel hat seine Geschichte jedoch absolut grandios und mega fesselnd umgesetzt.
Ich hab mich oft dabei ertappt, wie ich immer schneller gelesen habe, nur um endlich dem Täter auf die Schliche zu kommen.

Es befinden sich mehrere Teilnehmer der „Digital Detox“- Gruppe in diesem Hotel, alles Menschen, die sich bewusst dazu entschlossen haben, für ein paar Tage auf ihr Handy zu verzichten, um ihre digitale Sucht zu bekämpfen oder um zu schauen, was eine Entwöhnung der digitalen Welt mit ihnen anstellt.

Diese Thematik fand ich irre spannend, schließlich betrifft sie uns alle mehr oder weniger in der heutigen Zeit.
Näher darauf eingegangen wurde aber letztendlich nicht, denn irgendwann ging es nur noch ums nackte Überleben, denn bereits nach der ersten Nacht im Hotel wird ein Teilnehmer schwer misshandelt aufgefunden.
Als Täter kommt quasi nur einer aus der Gruppe in Betracht und es stellt sich schnell die Frage, wer wird der nächste sein?
Kein Wunder, dass die ursprünglich geplante digitale Entgiftung ab dann zur Nebensache wird.

Es wird jedenfalls nervenzerfetzend spannend und zwar nicht nur für uns Leser, sondern auch für alle Hotelgäste. Schließlich kann man niemandem mehr trauen.

Von den Charakteren waren einige stärker als andere ausgearbeitet, was mich ein wenig gestört hat. So hatte ich nicht alle Protagonisten gleich gut auf dem Schirm.

Auch waren sie mir teilweise nicht charismatisch genug beschrieben, so dass es mir zu Beginn etwas schwer gefallen ist, mir alle gleich gut zu merken und vorzustellen.

Das ist jedoch Kritik auf hohem Niveau.
Eine komplette und gleichzeitige Charakterbeschreibung von etwa 12 Personen, denn so groß ist die „Digital Detox“- Gruppe, stelle ich mir auch recht schwierig vor und mit weniger Personen wäre es nur halb so spannend gewesen.

Ich habe im Vorfeld ne Menge Kritik darüber gelesen, dass einige die Dialoge als zu platt oder zu einfach gestrickt empfunden haben.
Ich erwähne das an dieser Stelle bewusst, denn ich selbst habe gerade die einfachen und vielen Gespräche der Hotelgäste als sehr positiv gesehen, da ich so wirklich mitten drin im Geschehen war.
Ich konnte mich dadurch absolut in die Personen und die durchweg angespannte Atmosphäre rein fühlen und es dadurch authentisch selbst miterleben und somit richtig mit fiebern.

Ich sage euch gleich, jeder war verdächtig und dann wieder nicht und genau das hat für eine dauerhafte Gänsehaut und Anspannung gesorgt.

Ein durchweg spannender Psychothriller zum Mitfiebern und Mitgrübeln.
„Offline“ bekommt eine glasklare Leseempfehlung von mir, weil ich hautnah dabei war und mir nicht nur ein mal völlig verängstigt die Augen zu gehalten habe.

☼eure Nicole☼

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