Anna Holub – Meerschaum

Anna Holub – Meerschaum

rezensiert von Nicole am 26.08.2017
– Rezensionsexemplar –

Titel: Meerschaum
Reihe: abgeschlossenes Buch (Teil 7 der Märchenspinnerei)
Autor: Anna Holub
Genre: Krimi / Märchenadaption
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Seitenanzahl: 279
Erscheinungsdatum: 13.08.2017
ISBN-10: 1548925004
ISBN-13: 978-1548925000
Bildquelle/Klappentext: Amazon

Kopenhagen im Winter.
Ein verklungenes Lied.
Blutige Gischt.

Wer ist diese geheimnisvolle Frau mit den meerblauen Augen?
Als Journalist glaubt Oliver Welker, mittlerweile Menschenschicksalen gegenüber abgebrüht zu sein. Und Reportagen über Flüchtlinge sind auch nicht mehr neu. Doch das Foto seines Kollegen Mathieu lässt ihn nicht mehr los. Bald ist er in einem Strudel aus Mord, Intrigen und Korruption gefangen, in dem Menschenschmuggel nur das Bruchstück eines viel größeren Puzzles ist. Kann Oliver es schaffen, seine geheimnisvolle Schöne zu retten oder ist auch sie nicht, was sie scheint?

Hans Christian Andersens traurige Meerjungfrau trifft Skandinavien-Thriller. In Anna Holubs Neuerzählung eines der größten Klassiker sind die Risiken hoch, das Klima mörderisch und selbst die Prinzen sind schon lange nicht mehr so ritterlich, wie man es sich wünschen mag.

Ich habe „Meerschaum“ mit gemischten Gefühlen zu lesen begonnen …
Zum einen liebe ich Märchenadaptionen und im Besonderen das Märchen „Die kleine Meerjungfrau“ von Hans Christian Andersen, auf dessen Grundlage das Buch beruht.
Allerdings sind Skandinavien-Krimis, in dessen Stil „Meerschaum“ geschrieben wurde, so überhaupt nicht meins und ich mache eigentlich einen großen Bogen um dieses Genre …

Letztendlich hat die Neugier gesiegt – allerdings bleibe ich am Ende weiterhin etwas zwiegespalten zurück.

Ich revidiere, was den Krimi an geht, denn Anna Holub hat einen sehr gelungenen Krimi geschaffen, der vor allem durch seine durchweg düstere und mysteriöse Atmosphäre auffällt.
Trotz spritziger Dialoge der mitwirkenden Personen, haftet diese dunkle Stimmung an der gesamten Geschichte und hat sie so zu etwas Besonderem gemacht. Die Handlung war durchweg fesselnd und ich habe dem Ausgang der Geschichte entgegen gefiebert.

Der charakterstarke, aber beruflich etwas planlose Journalist Oliver führt uns durch die Geschichte und wir begleiten ihn auf seinem steinigen Weg, den er seit der Begegnung mit der hübschen, geheimnisvollen Frau mit den „meerblauen“ Augen nach und nach auf sich nimmt.
Er spürt, dass die Frau Hilfe benötigt, doch ehe er es selber richtig merkt, steckt er mitten in einem Kriminalfall, der immer verworrener und zunehmend gefährlicher wird. Aber er ist bereits in ihrem Bann gefangen und es gibt für ihn kein zurück mehr …

Das Buch ist alles andere als oberflächlich oder gar leichte Kost, denn in der Geschichte verarbeitet die Autorin sozialkritische Themen wie Menschenhandel, Korruption und extreme Gewalt.

Mir persönlich hat während dem Lesen leider der direkte Bezug zu dem Original-Märchen gefehlt. Bei einer Märchenadaption ist es mir immer besonders wichtig, die Parallelen zu finden und zu erkennen und diese waren für meinen Geschmack etwas zu dürftig, bzw. waren sie erst auf den letzten Seiten spürbar und offensichtlich.

Wenn die Autorin aber eins definitiv geschafft hat, dann dass ich im Anschluss an das Lesen noch sehr sehr lange über ihre Geschichte nach gedacht habe. Was ich während dem Lesen nämlich nicht wirklich gespürt habe, das habe ich während dem Nachdenken am Ende entdeckt: die vielen Parallelen zur originalen „kleinen Meerjungfrau“, die Anna Holub versteckt eingebaut hat, die einem jedoch nicht sofort in Auge springen.

Ein gelungener nordischer Krimi, mit einigen märchenhaften Elementen, die jedoch erst am Ende richtig in Erscheinung treten.
Diese Geschichte gehört für mich in die Sparte der anspruchsvollen Märchenadaptionen, nichts zum entspannten Abschalten, sondern eher zum tiefsinnigen Nachdenken.

☼eure Nicole☼

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