Andreas Kroll – Die Botschafter

Andreas Kroll – Die Botschafter

rezensiert von Nicole am 01.05.2021
-Rezensionsexemplar-

Titel: Die Botschafter
Reihe: 1/?
Autor: Andreas Kroll
Genre: High Fantasy
Verlag: BoD Books on Demand
Seitenanzahl: 386
Erscheinungsdatum: 08.03.21
ISBN-10: 3752687304
ISBN-13: 978-3752687309
Bildquelle/Klappentext: Amazon


Große Echsen und geflügelte Schlangen fallen in das Reich der Menschen ein. Sie jagen Dorfbewohner und bedrohen Städte, greifen die Zwerge im Donnersteiggebirge und die Alben in ihren Walddörfern an. Die Schuppenmonster hinterlassen eine blutige Spur, bis sie sich im Herbst genauso unvermittelt zurückziehen, wie sie aufgetaucht sind. Werden sie im nächsten Jahr zurückkehren? Drei Botschafter – der Mensch Heinrich, die Albin Ketlin und der Zwerg Gillim – machen sich auf eine Reise voller Gefahren und unerwarteter Begegnungen, um die Riesen im Norden als Verbündete zu gewinnen.

Ein Zwerg, eine Albin und ein Mensch teilen sich zwar eine Welt, leben aber abgeschottet und getrennt voneinander in unterschiedlichen Lebensräumen.

Sie sind sich aus Gründen nicht sehr wohlgesonnen, ja teilweise sogar verhasst gegenüber gestellt.
Ein gemeinsamer Feind jedoch, die gewalttätigen, riesigen Echsen, die mordend durch die Länder ziehen, machen Gillim den Zwerg, Ketlin, die Albin und Heinrich, den Menschen, nun zu Botschaftern ihres Volkes und gleichzeitig zu Verbündeten.

Die 3 machen sich gemeinsam auf den Weg zum Reich der Riesen, in der Hoffnung, Hilfe von diesem Volk im Kampf gegen die Echsen zu erlangen.

Wir Leser bewegen uns in der ersten Hälfte des Buches fast durchweg auf dieser Reise zu den Riesen.
Wir lernen unterwegs durch Gillim, Ketlin und Heinrich die unterschiedlichen Kulturen der Völker kennen, ihre Lebensweisen und Einstellungen zu verstehen und fiebern mit den 3 en mit, dass sie auch ja ihr Ziel erreichen.

Diese Reise ist nämlich alles andere als leicht.
Sie ist lang, beschwerlich und sie birgt Gefahren unterschiedlicher Art.

Ich bin den Weg mit ihnen gegangen und habe nicht nur ein mal die Luft vor Aufregung, Schreck und Sorge angehalten oder gebangt, ob sie auch wirklich heil ankommen.

Der Autor hat alles herrlich bildlich beschrieben und ich habe mir öfters die beigefügte Landkarte angesehen, um genau zu wissen, wo die Botschafter sich gerade befinden.

Trauer und Freude, Hoffnung und Verzweiflung, Unmut und Ausgelassenheit, wechseln sich ab, immer begleitet von einer immerwährenden Gefahr. Das alles macht die lange Reise zu einem echten Abenteuer.

Nebenbei begegnen wir unter anderem den Feenwesen oder fürchterlichen Nachtmahren.

Wir bekommen zudem Gedankengänge von allen 3 Botschaftern zu lesen.
Am Ende mancher Kapitel sogar offene, einzelne Gedanken, die einen wirklich wahnsinnig neugierig machen, denn man will unbedingt die Antworten darauf haben und möglichst viel von allen erfahren.

Ach, ich mochte jeden einzelnen von ihnen. Jeder war mir auf seine individuelle Art sympathisch. Ketlin, die naturverbundene Waldfrau mit ihrem scharfen Verstand, Heinrich, der so verständlich menschlich und verwundbar ist, und Gillim, der plumpe, direkte, brummige und doch offenherzige kleine Kerl.

Jeder trägt auf seine Weise etwas zu dieser Mission bei. Jeder ist mal von Selbstzweifeln geplagt und genau das lässt die 3 unterschiedlichen Wesen, neben ihrer gemeinsamen Aufgabe, zusammen wachsen und genau das hat sie mir auch so sympathisch und authentisch gemacht.

Ab dem 3. Buch Drittel verändert sich dann jedoch die Buchatmosphäre.
Klar, das muss sie auch, schließlich gibt es dann auch wichtige Ereignisse, die Veränderung herbei rufen mussten.
Leider ging ab da bei mir aber tatsächlich sehr viel Atmosphäre verloren.

Die Story wurde plötzlich viel schneller abgehandelt und ich konnte einzelne Situationen gar nicht mehr richtig fühlen, einfach weil sie so schnelllebig oder viel zu einfach gelöst wurden für meinen Geschmack. Gerade die Momente, auf die eigentlich das gesamte Buch hingearbeitet wurde und wo ich auch auf ein nervenaufreibendes Finale gespannt war, ja diese Momente gab es dann letztendlich gar nicht wirklich.

Mir fehlten ganz klar Dramatik und Emotionen. Das fand ich etwas schade.

Das Ende lässt auf einen 2. Teil hoffen, ohne jedoch einen Cliffhanger zu hinterlassen.
Da ich die 3 Helden der Geschichte wirklich sehr mochte, werde ich auch den nächsten Band lesen, in der Hoffnung, dass ich mit ihnen wieder genauso mit fiebern kann, wie in den ersten beiden Dritteln des Buches.

Grundsätzlich eine tolle High Fantasy Story im „Herr der Ringe“ oder „Game of Thrones“ Gewand, nur wesentlich harmloser, welche sehr stark begann und gegen Ende leider schwächelte, weil sie viel zu schnell, zu einfach und ohne viel Dramatik, zu Ende erzählt wurde.

Ein großes und spannendes Finale hat sich die Geschichte dadurch selbst genommen, weil das emotionale Potential zwar absolut da war, aber für mich nicht ausreichend transportiert wurde.
Meine 3 Helden bekommen dennoch eine Leseempfehlung, weil ich auf die Umsetzung in Band 2 sehr gespannt bin und es als Debüt des Autors ein wirklich gelungenes Werk ist.


(3,5 von 5)

* eure Nicole *

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